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Wie entfernt man eine Zecke?
 
Eine FSME-Impfung schützt nicht vor der bakteriellen Erkrankung Borreliose
 
Zecken zählen zu den Spinnentieren und gehören in die Untergruppe der Milben. Wie alle Spinnen hat die erwachsene Zecke daher 8 Beine. Da Zecken „Parasiten“ sind, brauchen sie zum Überleben einen anderen Organismus – einen so genannten „Wirt“.

Weltweit sind ca. 850 Zeckenarten beschrieben, wovon in unseren Breiten acht Vertreter der Gruppe der Schildzecken besondere Bedeutung als Krankheitsüberträger der Früh-Sommer-Meningo-Encephalitis (FSME), aber auch der Lyme-Borreliose erlangt haben.
In Österreich ist am häufigsten die Schildzecke Ixodes ricinus, auch „gemeiner Holzbock“ genannt, anzutreffen. Mit rund 95 Prozent ist sie die häufigste Art in unseren Breiten.





Entgegen einer weitverbreiteten Meinung sitzen die Zecken nicht auf den Bäumen, sondern befinden sich eher in der bodennahen Vegetation, meist an der Unterseite der Blattenden und auf den Spitzen von Zweigen in der Nähe von Waldpfaden und Wildfährten. Von hier lassen sie sich auf ihre Wirte fallen oder werden von ihnen im Vorbeigehen abgestreift. Leider wird von vielen Personen - vor allem von Kindern - ein Zeckenstich nicht immer sofort bemerkt.
Bei Temperaturen unter sieben Grad Celsius, werden die Zecken inaktiv und befinden sich unter feuchten Laubdecken und nicht mehr auf Grashalmen.

Im Gegensatz zur FSME gibt es gegen Borreliose zur Zeit keine Schutzimpfung, je rascher aber eine Zecke bemerkt und fachgerecht entfernt wird, desto kleiner dürfte das Borreliose-Infektionsrisiko liegen und außerdem kann die Borreliose – frühzeitig erkannt – durch eine Therapie mit Antibiotika geheilt werden. Deshalb: Bei irgendwelchen Zweifeln nach Zeckenstichen oder bei unklaren verdächtigen Veränderungen sofort zum Arzt und auf einen Zeckenstich hinweisen.

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    Symptome und Verlauf der Borreliose

    1. Stadium: nach 8 Tagen - 3 Monaten:
    Um Stichstelle auftretende scharf begrenzte, runde Hautrötung, die sich bis maximal 60 cm ausbreitet (sogenannte Wanderröte), jedoch nur in ca. 60% der Infektionsfälle auftritt.
    Grippeähnliche Anzeichen wie Abgeschlagenheit, Fieber, Gelenk- & Kopfschmerzen
    2. Stadium: nach Wochen bis Monaten:
    Befall von Herz und Nervensystem z.B.: Herzrhythmusstörungen, Lähmungen im Gesichtsbereich, Taubheitsgefühle, Bewegungsstörungen...
    3. Stadium: nach ca. einem halben Jahr, oft auch später:
    Gelenksentzündungen z.B. an Knie, Schulter, Knöchel., Hautveränderungen.
Wichtig ist auch die Beachtung folgender Verhaltensregeln:
Stets gründlich und frühzeitig nach anhaftenden Zecken absuchen oder noch besser absuchen lassen! Die Borrelien leben im Darm der Zecke und es vergeht einige Zeit bis sie nach Kontakt mit dem Blut des Wirtes aktiv werden und durch die Zecke in diesen eindringen können. Deshalb stehen die Chancen sehr gut eine Infektion durch Borrelien zu vermeiden, wenn das befallene Insekt innerhalb weniger Stunden nach dem Stich vorsichtig entfernt wird. Dabei wird von Hausmitteln wie Klebstoff oder Öl dringend abgeraten, da die Zecke in ihrem Todeskampf Erreger in den menschlichen Körper pumpen kann. Vielmehr ist die schnelle Entfernung mit Hilfe einer Pinzette anzuraten. Unnötige Quetschungen der Zecke dabei vermeiden!
Eine in der Haut haftende Zecke soll mittels einer Pinzette möglichst nah der Einstichstelle gefasst und durch Ziehen entfernt werden. Eine Übertragung von FSME-Viren kann dadurch trotzdem nicht verhindert werden, unter Umständen aber wie erwähnt die Übertragung von Borrelienbakterien.

Zeckenstich und nicht gegen FSME geimpft?

Sollten Sie einen Zeckenstich bemerken, so suchen Sie frühestmöglich einen Arzt auf. Der wirksamste und am längsten währende Schutz ist die aktive Impfung – bevor man in ein Zeckengebiet kommt.

FSME-Imfpung nach einem Zeckenstich (gemäß Österr. Impfplan 2017)